Paris Hilton in Berlin West

02. Juni 2014 – Dienstreise nach Berlin, internationales Treffen mit Mitarbeitern aus Frankreich und England. Das Hotel wurde von einem Berlinliebhaber empfohlen und gebucht – Hilton in Berlin West. Hört sich gut an, hört sich nach Luxus, weichen Teppichen, Piano-Bar, spiegelnde Marmorböden, große Zimmer, vollklimatisiert,  hört sich einfach echt nobel an.

Die Tiefgarage zeigt an, dass dieses Hotel schon ein paar Jahrzehnte alt ist, gebaut für Autos, die noch keine zwei Meter breit waren, die Rezeption ist nicht der Blickfang, sondern liegt seitlich versteckt, als ob sie nicht gefunden werden möchte, das Personal freundlich und direkt. Einchecken, schnell und problemlos bis zu meiner Frage zum Wifi.

Wifi, kein Problem, einfach einwählen und zahlen, freies Internet, auch kein Problem, in der Business-launch stehen ein paar Geräte rum, die man nutzen kann. Das Zeitalter der Garage spiegelt auch das Zeitalter der technischen Serviceleistungen, als Wifi noch etwas Besonderes und Seltenes war und nur für ein paar Pioniere zugänglich war.

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Das Highlight war das Zimmer. Der Lack war wortwörtlich ab, der Teppich abgenutzt mit Brandflecken und der Schwingstuhl aus Leder erläuterte den Zustand des Zimmers. Fleckig, durchgesessen, vergessen und ungeliebt.Er hätte sich gewünscht, dass man ein  bisschen weniger in Paris und ein bisschen mehr in Hilton investiert hätte.

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Entschuldigung, wie heißt denn dieser Berg

Gemeinsam mit meinem Bruder einen Gipfel zu erstürmen ist in der nahen Vergangenheit nicht oft geschehen. Deshalb erfreute es mich unbandig, als sich solch eine Gelegenheit ergab und wir diese auch wahrnahmen.

Der Himmel ist grau und droht mit Regen, die Gipfel wolkenbedeckt und die Temperatur schwankt zwischen T-Shirt Wetter und dicker Jacke.  Gesucht wird ein Gipfel, der diesen Moment besonders prägen soll, der diese Wanderungen nie vergessen macht, der Freude und Anstrengung vereint und Gipfelglück versprüht. Es soll Fels dabei sein, kleine Steige, die die Wanderung abwechslungsreich macht, eine Hütte, die zum Nachfühlen der schönen Momente einläd und ein Weißbier, welches das Nachsinnen unterstützt.

Irgendwo im Tannheimer Tal wird sich so ein Gipfel doch finden lassen. Auf dem Weg dorthin, passieren wir Vils und da sehe ich ihn, unseren Gipfel mit glänzendem Kreuz. Über die Vilser Alm, hinauf auf das Hundsarschjoch und vorbei an beeindruckenden Felsskulpturen. Endlich am Ziel, wunderbarer Blick in die wolkenverhangenen Berge und ins Füssener Tal. Doch wie heißt denn nun der Gipfel?

Der Vilser Kegel hat all unseren Erwartungen und Wünsche stand gehalten und hat uns  ein wunderbarer Erlebnis bereitet.

 

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Der Adler – König der Lüfte

Ich bin im Lechtal, die Berge haben noch ein langes Winterkleid an, die Sonne hat schon die Kraft des Sommers. Der Wind hat seinen Bund mit den weißen Gipfeln noch nicht aufgelöst, streichelt mehr kräftig als sanft die Haut. Der Himmel  ist tiefblau und die Wolken schaffen weiße, strahlende Bilder. Kein Mensch auf den Wegen, wir sind alleine. Unsere Spuren im Schnee sind die einzigen und unter dem Schnee gluckern hunderte von kleine Wasserfäden zu Tale. Von Weitem immer wieder ein ungewohnter Laut, ich lausche, horche, glaube Rufe zu vernehmen, sehe Gämse über die Hänge springen und erkenne dann die Schafe.

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Ein flüchtiger aber großer Schatten huscht über die Erde, suchend blicke ich in den Himmel und sehe ihn, den Adler, der König der Lüfte. Es hat sich später herausgestellt, dass dieses majestätisches Tier ein Bartgeier war, einer der seltensten Vögel der Alpen. Diese, geboren im Jahre 2011, hat sogar einen Namen “Inge” vom Großglockner. Sie kreist um uns herum, so nah, dass wir Augenkontakt haben. Der Bartgeier verschwindet dann wieder hinter einem Hügel und kommt kurz darauf wieder von Tal auf uns zu. Ich suche meinen Hund Chouchou, mein kleine weißer Hund, der voller Freude, wie ein Hase über die Schneefelder springt. Sicher wäre so ein kleines Tier für solche eine Majestät eine willkommene Beute. Faszination und Furcht mischen sich in meiner Seele und mein armer kleiner Hund musste trotz der großen Freiheit der Natur an die Leine. Sobald wir wieder im Schutz der Bäume waren, durfte mein Hund wieder in seiner ersehnten Freiheit leben und der Bartgeier hinterließ eine wahrlich königliche Erinnerung. Später erfuhr ich, dass ein Bartgeier sich nur von Aas ernährt und keine Beute schlägt.

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Herzklopfen

Mein Herz schlägt wie wild. Ich weiß, dass es nicht aus Liebe ist, nicht weil es an die schönen Berge im Allgäu oder sonst wo auf dieser Welt denkt, nicht weil ich mit der tollsten Frau, die es auf dieser Welt gibt, zusammen bin,  nicht weil ich einen lieben und lebendigen Hund habe und auch nicht, weil ich spannende, Erlebnisse mit Menschen in aller Welt erlebt habe. Es tobt, es schlägt wie eine Nähmaschine ,ich spüre, wie das Blut durch die Adern gepresst wird, wie es schäumt und sich nicht beruhigen möchte. Es ist wie eine Sturmflut, ich wünschte dieser Überfall möge ein Ende haben und kann nichts weiteres tun als still da zu sitzen und ruhig und flach zu atmen. Ich fühle mich regungslos und lodernd zugleich.

Ich sitze in einem Büro ohne Fenster und spüre die innerliche Aufwallung, dieses nicht mehr tragen wollen, dieses Gefühl einfach aufstehen zu wollen, bevor es zu spät ist. Ich kenne dieses Gefühl, das gleiche Gefühl als mein Vater starb. Alles aushalten, sich um vieles kümmern, das Wichtige nicht greifen können und gleichzeitig spüren, wie eine schmerzhafte Sehnsucht wächst und einem die Luft zum Atmen nimmt.

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Muttertag

Der Himmel ist grau und die Luft mehr als nur feucht. Ein kleiner blauer Fleck am Himmel war die Triebfeder, Bergschuhe anzuziehen und Rucksack gegen Flachbildschirm zu tauschen. Unser Geschenk für Mutter ist Zeit. Ein kleines Erlebnis, gemeinsam einen Weg beschreiten, ein Ziel definieren, sich auszutauschen und sich miteinander zu freuen.

Der Weg führte uns zur Vilser Alm, vorbei an Bächen, Bäumen und Felsen. Eine Quelle säumt den Weg, ein kleiner ausgehöhlter Baum dient als Brunnen und fängt das Quellwasser auf. Ich tauchte meine Hand tief in das Wasser und schöpfte mit der Hand diese Lebendigkeit. Wie viele Menschen haben je schon aus einer Quelle getrunken und haben das Gefühl verspürt, etwas besonderes erlebt zu haben.  Ich fühle mich reich und beschenkt und bin glücklich diesen Glücksmoment mit meinen Lieben teilen zu dürfen.

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Neue Klänge in den Bergen

Still, horch… ich höre etwas. Die Luft ist angereichert von etwas Bekanntes, von Klängen die nach Tradition, nach Vertrautheit, nach Nostalgie, Vergangenheit und Urlaub erinnern. Gespannt horche ich  in die Welt, meine Muskeln entspannen sich in dieser Gespanntheit, ein lebendiges Kribbeln  lässt mich lächeln und ich fühle mich umhüllt von Freude.

Die Kühe und Kälber sind wieder zurück, der Frühling ist jetzt fest verankert mit den Wäldern und den Bergen und ein Blick über das weite Land belegt es, die Bäume haben ihre lebendigen,  grünen Kleider angezogen und strahlen so viel Energie aus, dass sie mir das Gefühl geben, sie könnten alles um sich herum beschützen. Tief einatmen, diese kraftvolle Luft über die Lunge bis in die Fingerspitzen dringen lassen und soviel Glück wie nur möglich für andere Zeiten zu speichern.

Mai 2014 - Buchenberg

Mai 2014 – Buchenberg

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Höhepunkte

Jeder Tag bietet für jeden Menschen mindestens einen Höhepunkt, der entweder in der Schönheit der Natur, in einer Anstrengung, im Innehalten, in der Flugbahn eines Schmetterlings, in der Stille oder oder … zu finden ist Man muss nur hinsehen, zuhören, atmen oder fühlen. Man muss bereit sein, muss daran glauben, darf sich nicht verlieren und sein Herz offen halten.

Man muss bereit sein zu schützen, zu helfen und den Mut haben vorauszugehen. Man steht für sein Wort ein, vermeidet Vorverurteilungen und ist bereit immer auch mit dem Herzen zu geben. Der Höhepunkt benötigt Aufrichtigkeit, Humor, und gedeiht in der Welt des Lächeln.

Somit mache ich mich jeden Tag auf, diesen Höhepunkt mindestens einmal zu erleben und mit anderen zu teilen.

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